Wälder

Wenn man es genau nimmt, sind unsere Wälder gar keine Wälder, sondern Forsten, von „Förstern“ gestaltet und in diejenige Form gebracht, die je nach Zeitepoche gerade für notwendig erachtet wird. Natürlich gewachsene Wälder finden sich in Mitteleuropa kaum noch. Erst langsam kehren sie in Nationalparken und anderen Schutzgebieten zu uns zurück.

Es wären vor allem von Buchen geprägte Wälder, die wachsen würden, wenn der Mensch seine Hände nicht im Spiel hätte. Auch bei uns im Erzgebirge. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Es dominieren immer noch so deutlich wie in kaum einer anderen Region die Fichtenmonokulturen. Eine Folge des enormen Holzhungers der früheren Zeiten durch das „Berggeschrey“ und seine Folgen. Der Waldumbau, der durchaus Fortschritte macht,  wird also noch geraume Zeit brauchen, bis er flächig deutlich sichtbare Wirkung zeigen wird.

Einen interessanten Blick auf den „Kriegsschauplatz“ Wald liefert uns der österreichische Schriftsteller Robert Musil (1880-1942):
„Wenn man scharf hinsieht, kann man sogar erkennen, daß diese freundlichen Riesen sich Licht und Boden mit dem Futterneid von Pferden streitig machen. Still stehen sie beisammen, hier vielleicht eine Gruppe Fichten, dort eine Gruppe Buchen; es sieht so natürlich dunkel und hell aus wie gemalt und so moralisch erbaulich wie der schöne Zusammenhalt von Familien, aber in Wahrheit ist es der Abend einer tausendjährigen Schlacht. Gibt es denn nicht gelehrte Kenner der Natur, von denen wir erfahren können, daß die reckenhafte Eiche, heute fast schon ein Sinnbild der Einsamkeit, einst in unabsehbaren Heeren ganz Deutschland überzogen hat? Daß die Fichte, die jetzt alles andere verdrängt, ein später Eindringling ist? Daß irgendwann eine Zeit des Buchenreiches aufgerichtet worden ist, und ein anderes Mal ein Imperialismus der Erlen? Es gibt eine Baumwanderung, wie es eine Völkerwanderung gibt, und wo du einen einheitlichen urwüchsigen Wald siehst, ist es ein Heerhaufen, der sich auf dem erkämpften Schlachthügel befestigt hat; und wo dir gemischter Baumschlag das Bild friedlichen Beisammenseins vorzaubert, sind es versprengte Streiter, zusammengedrängte Reste feindlicher Scharen, die einander vor Erschöpfung nicht mehr vernichten können.“

 

 

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