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- Bienen machen nicht nur Honig

Bienen machen nicht nur Honig

Über die Rolle der Bienen im Naturhaushalt

„Inzwischen wissen wir, was uns noch blüht – nämlich immer weniger!“
Gerhard Uhlenbruck

Hört man das Wort „Biene“, denkt man an Honig (oder eine hübsche Frau), ganz automatisch und mit voller Berechtigung, denn Honig (oder eine hübsche Frau) gehört zweifelsohne zu den gefragtesten Leckereien, die uns die Natur zu bieten hat. Jung und Alt läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn man diese meist goldbraune Masse vor sich hat und die wenigsten können sich ein Leben ohne Honigsemmel (und/oder eine hübsche Frau?) auch nur im entferntesten vorstellen. Es wäre nur noch „bitter“ und trostlos. Und das war schon früher so und noch erheblich mehr als heute, denn andere Süßquellen kamen erst mit dem Import von Rohrzucker und vor allem dem Anbau von Zuckerrüben zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf. Und die diversen anderen Süßigkeiten, die man heutzutage so in sich hineinstopft, noch viel später.
Schon die Steinzeitvölker widmeten sich dem Sammeln von Honig und seit dem Mittelalter beschäftigte man sich gewerbsmäßig damit, den Bienen ihren Wintervorrat zu „stehlen“. Zeidlerei oder Waldbienenzucht nannte man das damals. Und wie im Mittelalter üblich, machte man wenig Federlesens und entnahm die ganze Honigwabe, der Fortbestand des Bienenvolkes war nebensächlich. Heute ist man da natürlich humaner.  Der Imker, wie man den „Honigmacher“ heute nennt, ersetzt den entnommenen Honig beispielsweise durch Zuckerwasser und kann so „Beute machen“, ohne dass ihm das seine Bienchen übel nehmen. Ob sie es überhaupt bemerken, ist nicht überliefert. Angesichts solch schöner Fortschritte könnte man sogar dem Glauben verfallen, dass sich die Menschheit weiterentwickelt hat. 

Und der Honig ist nicht das einzige tolle Produkt, das die Imkerei hervorbringt. Bienenwachs, Pollen, Propolis, Gelee Royal und Bienengift sind gesuchte Stoffe für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke.
In Anbetracht einer solch hochgeschätzten Produktpalette sollte man annehmen, dass die Imkerei ein florierendes Gewerbe sei. Aber weit gefehlt, das Durchschnittsalter der Imker in Deutschland soll knapp unter dem Renteneintrittsalter liegen. Wahrscheinlich wären sie schon vom Aussterben bedroht, wenn die Medizin bei der „Lebensverlängerung“ nicht solche Fortschritte gemacht hätte.

Dieses Schicksal teilen sie mit ihren liebevoll umhegten „Nutztieren“, denen die „neue Landschaft“, wie wir sie in weiten Teilen der Welt mittlerweile finden, schwer zu schaffen macht. Ausgeräumte Feldfluren mit riesigen, monotonen Schlägen prägen weithin das Bild. Nahrungsengpässe sind also vorprogrammiert. Hinzu kommen Bienenkrankheiten wie die Varroamilbe. Und als Tüpfelchen aufs i erobern Äcker mit gentechnisch manipulierten Pflanzen mehr und mehr die Agrarlandschaft. Absurde Abstandsregelungen zu konventionell oder ökologisch bewirtschafteten Feldern können es nicht verhindern, dass dieser ganze „Genscheiß“ in die pflanzlichen, tierischen und menschlichen Nahrungsketten und Lebensprozesse eindringt. Eine Beteiligung am sogenannten „Bienensterben“ in den USA gilt als sehr wahrscheinlich. Auf weitere Horrormeldungen dürfen wir durchaus gespannt sein, sie werden nicht lange auf sich warten lassen. Hier wird moderne Kriminalgeschichte geschrieben. Nur landen die Täter nicht auf dem elektrischen Stuhl, sondern werden durch satte Gewinne reichlich belohnt. Angesichts solch schöner „Fortschritte“ fällt der Glaube, dass sich die Menschheit weiterentwickelt hat, auf der Stelle wieder von einem ab und zwar für immer und ewig und es kommen einem unweigerlich die Worte des trotz aller Fortschritte in der Medizin viel zu früh verstorbenen Nicolas Born (1937-1979) in den Sinn, deren wir uns an dieser Stelle nicht enthalten können:

„Es scheint mir,
daß der Versuch der Natur,
auf dieser Erde ein denkendes Wesen hervorzubringen,
gescheitert ist.“

Aber kommen wir nun endlich zum Thema, nämlich der weithin unterschätzten Rolle der Bienen für Naturhaushalt, Landwirtschaft und Obstbau. Albert Einstein schreibt man das Zitat zu: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ Auch wenn man das vielleicht nicht ganz wörtlich nehmen darf, eine ökologische Katastrophe würde das Aussterben der Honigbiene allemal zur Folge haben. Schätzungsweise 60% der blühenden Wildpflanzen und bis zu 80% der Nutz- und Kulturpflanzen sind auf die Bestäubungsleistung der Honigbiene angewiesen. Dahinter stehen ungeheure ökologische und ökonomische Werte.

Zum Schluss noch der durchaus wichtige Hinweis, dass wir neben der Honigbiene keinesfalls die vielen anderen Insekten wie die Wildbienen und Hummeln vergessen sollten. Auch diese kleinen Wesen haben in der Natur eine kaum weniger gewichtige Bedeutung.

Eine Menge erfahren über die Honigbiene und Co. können Sie in unserer Naturherberge. Mehr dazu steht unter der Rubrik: „Unsere Herberge/Bienenhaus“.

 

 

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