Broschüren über Natur und Landschaft im Erzgebirge

In den letzten Jahren sind durch den Landschaftspflegeverband Westerzgebirge und den Naturpark Erzgebirge/Vogtland eine Reihe von Broschüren herausgegeben worden, in denen verschiedene Aspekte von Natur und Landschaft im Erzgebirge behandelt werden:

Diese Broschüren möchten wir Ihnen durch eine inhaltliche Übersicht und die Wiedergabe der Einleitung bzw. einer typischen Passage aus dem jeweiligen Buch jetzt kurz vorstellen.
Alle Broschüren sind beim jeweiligen Herausgeber und auch über die Naturherberge erhältlich.

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Von Äpfeln, Bienen, Hummeln und viel Natur(a)
Der Obst- und Insekten-Erlebnispfad Affalter

Herausgeber: Landschaftspflegeverband Westerzgebirge
Kontakt: 03772 24879 /

katrin.weigel(_AT_)lpvwesterzgebirge.de

Format A5, 60 Seiten

Inhalt:
Teil 1 Streuobst
Teil 2 Bienen, Hummeln und Co.
Teil 3 Der Obst- und Insekten-Erlebnispfad Affalter
Teil 4 Natur(a) und Landschaft in der näheren Umgebung 

Einklang

„Die Natur ist immer ein aufgeschlagenes Buch,
das jeder lesen sollte, so oft er kann.“
Ignaz von Born (1742-1791) 

Sie gehören wohl zu den schönsten und interessantesten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft, die mit hochstämmigen Obstbäumen bestandenen Wiesen, Weiden, Gärten, Wege und Straßen, die man heutzutage unter der Bezeichnung Streuobstbestände zusammenfasst. Eine Vielzahl von Lebewesen fühlt sich dort wohl, hat sich diese mannigfaltigen Bereiche unserer Kulturlandschaft als Heimat auserkoren. Viele der dort lebenden Blütenpflanzen und natürlich auch die Bäume selbst sind auf Biene, Hummel und Co. als Bestäuber angewiesen. Ohne diese kleinen Brummer funktioniert der Lebensraum Obstwiese nicht, wie viele andere Lebensräume auch.
Aber wohl keiner ist besser geeignet als dieser, die enge Vernetzung, gegenseitige Abhängigkeit und tiefe Verbundenheit von Mensch, Tierwelt und Pflanzenwelt deutlich zu machen. Unter anderem dazu soll diese kleine Broschüre dienen. Und wenn es uns gelingt, Ihnen mittels Wort und Bild etwas von der Begeisterung weiterzugeben, die Streuobstbestände und ihre Bewohner bei uns selbst immer wieder auslösen, dann haben wir unser Ziel erreicht.
Als Einstimmung auf diese kurze Reise durch eine faszinierende Welt soll uns eine Passage aus dem Buch „Von Blumen, Bäumen und Musik“ des leider weitgehend in Vergessenheit geratenen österreichischen Schriftstellers Josef Leitgeb (1897-1952) dienen:
„Vertraut und uralt stehen sie im Garten unserer Kindheit: Apfelbaum, Birnbaum, Pflaumenbaum, Kirschbaum. In ihrem Astwerk nisten die Stare und unsere Lieblinge, die Rotkehlchen. Ihre Kronen summen, brausen, schmettern und jubilieren; sie seufzen und schweigen, erregen und beschwichtigen – immer finden sie die Tonart unseres Gemüts
Sie tragen das erste Vogelnest, in das wir, selig erschrockene Entdecker, mit Herzklopfen spähten, sie sind im Mai weißblühende Bienenhäuser, sanft dröhnend von der Wurzel bis zur Krone; und eines Tages hängt an einem der Äste die wimmelnde Traube, umtanzt und umsungen von den hochzeitlich Schwärmenden. Am Abend aber sitzt die Amsel zuhöchst in der Krone und singt und singt, bis der erste Stern da ist.
...und so wohnen sie alle nah und dem Menschen befreundet ums Haus, umhegen das Dorf und betten es liebevoll in die Landschaft, werden mit den Kindern alt und jeden Frühling wieder jung, in ihrem Wachsen, Blühn und Fruchten hat unser Leben sein frömmstes Gleichnis.“

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Wälder, Moore und „wilde Hühner“
Die einmalige Natur des oberen Auersberggebietes

Herausgeber: Landschaftspflegeverband Westerzgebirge
Kontakt: 03772  24879 /

katrin.weigel(_AT_)lpvwesterzgebirge.de

Format A5, 100 Seiten
zweisprachig (deutsch/tschechisch) 

Inhalt:
„Wilde Hühner“ – Ein Phantom?
Tourismus kontra Naturschutz? 
Das obere Auersberggebiet (Der Auersberg, Siedlungen, Wälder, Moore, Offenland, Gewässer)
Vögel (Rauhfußhühner, Aus dem Leben des Birkhuhns, Eulen, Spechte)
usw. 

1 Einführung

„Viele sagen, sie ‚lieben die Natur‘, das heißt, sie sind nicht abgeneigt, je und je die ihr dargebotenen Reize sich gefallen zu lassen. Sie gehen hinaus und freuen sich über die Schönheit der Erde, zertreten die Wiesen und reißen schließlich eine Menge Blumen und Zweige ab, um sie bald wieder wegzuwerfen und daheim verwelken zu sehen. So lieben sie die Natur. Sie erinnern sich dieser Liebe am Sonntag, wenn schönes Wetter ist, und sind dann gerührt über ihr gutes Herz
Hermann Hesse (1877-1962)

Wir hoffen, dass Sie nicht zu den „vielen“ gehören, die uns Hermann Hesse da beschreibt und hoffen außerdem, dass es nicht allzuviele sind, die auf diese Weise gestrickt sind. Dann wäre diese Broschüre nämlich sinnlos und die ganze Arbeit vergebliche Liebesmüh. Wir glauben ganz im Gegenteil, dass Sie die Natur wirklich lieben und zu den Naturfreunden gehören, die durchaus bereit sind, Rücksicht auf ihre tierischen und pflanzlichen Mitbewohner zu nehmen, am besten immer, aber zumindest, wenn es notwendig ist.
Und genau dies ist ein Anliegen dieser Broschüre, die Werbung um Rücksichtnahme auf die Tier- und Pflanzenwelt, weil gerade im oberen Auersberggebiet noch viele seltene Arten vorkommen, die es nicht leicht haben hier oben am Kamm. Sie können sich nicht hinter den warmen Ofen zurückziehen, wenn draußen die Schneestürme heulen oder es wie aus Kannen gießt. Sie sind den Unbilden der Natur ausgesetzt wie eh und je und dann kommen noch wir Menschen hinzu, die ihre Kreise stören, immer öfter.
Und natürlich wollen wir auch zeigen, was wir hier haben, wollen „Werbung“ machen für dieses Fleckchen Erde, das einmalig ist, ein wirkliches Kleinod. Wir möchten Sie einladen zu einer kleinen Reise durch diese sehenswerte Region in der Hoffnung, dass Sie am Ende genau so überzeugt sind wie wir von den Worten des Malers Franz Marc, die wir Ihnen noch mit auf den Weg geben möchten:

 „Die Natur scheint alles zu enthalten, was der Mensch für sein Gleichgewicht braucht. Es ist, als zöge durch alles hindurch ein in sich geschlossener Strom des heiligen Friedens.“
Franz Marc (1880-1916)

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Natur grenzenlos
Das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000  am Beispiel des böhmischen und sächsischen Erzgebirges

Herausgeber: Landschaftspflegeverband Westerzgebirge
Kontakt: 03772  24879 /

katrin.weigel(_AT_)lpvwesterzgebirge.de

Format A5, 100 Seiten
auch in tschechischer Sprache erhältlich 

Inhalt:
Das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000
Kurze Landschafts-„Geschichte“ (Zur Entstehung des Erzgebirges, Kurz vor der Besiedlung, Von der Besiedlung bis zur Gegenwart)
Naturraum Erzgebirge
Natur(a) im Erzgebirge anhand zahlreicher  Beispiele in Sachsen und Böhmen (Gewässer, Wälder, Moore, Offenland, Vogelschutzgebiete)
usw.

1 Einleitung

„Nur wenn wir die Natur um ihrer selbst willen zu schützen lernen,
wird die Natur auf Dauer uns Menschen erlauben weiterzuleben.“
Richard von Weizäcker

„Natur grenzenlos“, so haben wir diese Broschüre genannt. Ein mehrdeutiger Titel, mit dem wir aber vor allem sagen wollen, dass Pflanzen und Tiere keine Grenzen kennen. Eine Binsenweisheit, könnte man meinen, denn jeder kennt beispielsweise den Zug der Vögel, bei dem manche Arten gleich mehrere Kontinente überqueren, oder auch die hartnäckige Eigenwilligkeit der Katze, die sich einfach nicht dazu bewegen lässt, die Mäuse- und Vögeljagd auf das heimische Grundstück zu beschränken, zum Leidwesen des Nachbarn, der das gar nicht gerne sieht und zuweilen auch kleinere Wurfgeschosse einsetzt, um ihr das endlich begreiflich zu machen und sie zur Rückkehr zu bewegen, natürlich erfolglos.
Und der Herr Nachbar führt ihn uns bildhaft vor Augen, den Unterschied zu uns Menschen, die im Gegensatz zu den Pflanzen und Tieren immer viel Wert auf exakte Grenzen gelegt haben und auch heute noch legen, von den privaten Grundstücksgrenzen bis zu den Staatsgrenzen der politischen Gebilde, in denen wir leben. Zumindest in letzterer Hinsicht scheint ein gewisses Umdenken eingesetzt zu haben, in den verschiedensten Bereichen, auch im Naturschutz. Immer deutlicher setzt sich die Erkenntnis durch, dass allein auf nationaler Ebene viele Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräume nicht ausreichend zu schützen sind. Das ist auch eine der Ursachen für die Entstehung des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000, um das es in dieser Broschüre geht.
Auch einer ebenso wichtigen Erfahrung wollen wir Rechnung tragen, nämlich, dass sich Verständnis für die Natur und deren Nöte, oder sagen wir ruhig einmal „Freundschaft mit der Natur“, ausschließlich durch fachliche Beschreibungen kaum erzielen lässt. Deshalb wollen wir Ihnen auch andere Wege der Naturwahrnehmung vorstellen und haben die notwendigen Informationen an passender Stelle durch Worte von Dichtern und Denkern ergänzt, um Ihnen zu zeigen, auf welch mannigfaltige Art und Weise man Natur und Landschaft betrachten kann. Damit, und mit den vielen Fotos, wollen wir Sie hinauslocken zu den vielfältigen Naturschätzen des Erzgebirges, die man mittels Natura 2000 in das europäische Naturerbe eingebunden hat. Und vielleicht werden Sie heimkehren sowohl als „Freund der Natur“ als auch als „Natur(a)freund“.   

„Der Poet versteht die Natur besser als der wissenschaftliche Kopf.“
Novalis (1772-1801)

„Natur ist überhaupt verloren, wenn ihre Konkursverwalter, die Naturschützer, sich von den Technokraten auf das Gleis der sogenannten Sachlichkeit schieben lassen, wenn sie anfangen, vor dem stets gegenwärtigen Vorwurf der Emotionalität zu weichen.“
Horst Stern

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NATURA 2000-Touren im Westerzgebirge
Eine Region unter dem Blickwinkel des europäischen Naturschutzes

Herausgeber: Landschaftspflegeverband Westerzgebirge
Kontakt: 03772  24879 /

katrin.weigel(_AT_)lpvwesterzgebirge.de

Format A5, 40 Seiten

Inhalt:
Beschreibung von 8 Wanderungen durch das Westerzgebirge mit verschiedenen Natura 2000-Gebieten
Sehenswertes am Wegesrand
Informationen zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 

Zwei alte Birnbäume

Im Stollmühlengrund stehen gegenüber dem letzten Wohnhaus zwei alte Birnbäume. Wenn man Glück hat, ist einer gesprächig und erzählt einem eine Geschichte. Uns hat er folgende erzählt: „Jetzt sieht man wieder öfter Leute im Tal, seitdem es dieses Bergwiesenprojekt und diesen Bergwiesenpfad gibt. Nicht wie vorher, als alles brach lag. Sogar Rinder kommen wieder vorbei und kratzen sich an meiner Rinde. Das ist schön. Ansonsten braucht man mich ja nicht mehr. Früher hat man mich gehegt und gepflegt, damit ich viele schöne, wahlschmeckende Früchte trage. Kinder kamen und holten sich heimlich so manche Birne. Der Wind hat mir erzählt, in manchen Gegenden Europas macht man noch süße Säfte aus den Früchten meiner Brüder und Getränke, von denen die Menschen lustig werden. Dort soll es riesige Wiesen mit lauter Verwandten geben, Streuobstwiesen genannt. Muss das schön sein, wenn man gebraucht wird. Jetzt lassen sich wenigstens die Rinder meine Früchte schmecken.“

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Grenzübergreifende NATURA 2000-Touren
Das böhmische und sächsische Westerzgebirge als Teil des europäischen Naturschutzes

Herausgeber: Landschaftspflegeverband Westerzgebirge
Kontakt: 03772  24879 /

katrin.weigel(_AT_)lpvwesterzgebirge.de

Format A5, 60 Seiten
zweisprachig (deutsch/tschechisch)

Inhalt:
Beschreibung von 4 grenzübergreifenden Fahrradtouren durch die Kammregion des Westerzgebirge mit verschiedenen Natura 2000-Gebieten
Sehenswertes am Wegesrand
Informationen zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000

Dorf und Stadt als Lebensraum

Auf unseren Touren können Sie nicht nur in Wald und Feld, sondern auch in den Dörfern und Städten eine Vielzahl an wertvollen Lebensräumen für unsere heimischen Pflanzen und Tiere entdecken. Unsere Siedlungen werden in dieser Hinsicht oftmals unterschätzt. Auch wenn viele naturnahe Lebensräume und Lebensmöglichkeiten in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen sind, bieten sie durch eine erstaunliche Vielfalt an unterschiedlichen Klein- und Kleinstlebensräumen noch vielen Arten ein Auskommen, wenn das die menschlichen Bewohner zulassen. Radeln Sie also nicht mit Höchstgeschwindigkeit durch die Städte und Dörfer, denn dann wird Ihnen zu beiden Seiten der Grenze so manche Kostbarkeit am „Wegesrand“ entgehen. Naturnahe Dorfbäche oder Teiche, stattliche Laubbäume, Baumalleen oder Hecken, hübsche Nutzgärten oder Hauswiesen und auch so manche Brachfläche oder Unkrautflur bieten vielen Pflanzen und Tieren Lebensraum und Nahrungsmöglichkeiten. Dabei werden Sie feststellen, dass die Siedlungen im böhmischen Teil (noch?) etwas besser abschneiden. Zwar gibt es auch hier schon verbaute Bäche, Kurzrasen in den Vorgärten und sich stark vermehrende Koniferen, der „europäische Einheitsbewuchs“ ist also ebenfalls im Vormarsch, aber man hat einen gewissen „Rückstand“ gegenüber der sächsischen Seite, den man hoffentlich nie aufholen wird.
Tiere und Pflanzen sehen die Welt nämlich mit anderen Augen als wir, der Einheitsrasen ist ihnen ein Horror, die bunte Hauswiese oder ein unberührtes Eckchen hingegen ein Paradies. Man kann nur hoffen, dass die böhmischen Dörfer ihr „klein bisschen Unaufgeräumtheit“, ihren eigentümlichen Charme und ihre Besonderheit bewahren können, die nicht zuletzt in ihrer noch vorhandenen Naturnähe begründet liegt. Auch wenn es ihnen scheele Blicke so manchen deutschen Ordnungsfanatikers eintragen wird.  Naturfreunde hingegen werden voll des Lobes sein, mit Interesse und Freude die Orte durchstreifen und das nicht nur einmal.

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Vom Gebrauch der Landschaft im Westerzgebirge im Wandel der Zeiten

Herausgeber: Naturpark Erzgebirge/Vogtland
Kontakt: 03733 622106 /

naturpark(_AT_)tira.de

Format A5, 60 Seiten

Inhalt:
Das Westerzgebirge
Der Wald (Waldweide; Holznutzung; Beeren und Pilze sammeln)
Die Feldflur (Wiese und Weide; Acker; Kleinstrukturen; Das Kräuterwesen)
Die Gewässer (Flüsse und Bäche; Seen, Teiche und Tümpel)
Das Dorf (Haus und Garten; Die Küche – Was so auf den Tisch kam)
usw. 

1 Prolog

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse,
aber nicht für jedermanns Gier.“
Mahatma Gandhi (1869-1948)

Das Westerzgebirge im Jahre 1000: Dunkle Buchenmischwälder mit fröhlichem Vogelgezwitscher. Murmelnde Bäche und gemächlich  dahinströmende Flüsse mit ziehenden Lachsen und tanzenden Forellen. Tapsende Bären, heulende Wölfe, röhrende Hirsche und grasende Auerochsen. Dazwischen vereinzelte schlammige Wege, auf denen sich mit Salz beladene Pferdefuhrwerke über die Berge quälen.
Das Westerzgebirge im Jahre 2000: Dunkle, stille Fichtenforste, vereinzelt Buchenwälder. Bäche und Flüsse, teils naturnah, teils verbaut, seit kurzem mancherorts wieder mit Fischen. Ängstliche Rehe, dreiste Füchse, diebische Elstern. Viele Städte und Dörfer, Haus an Haus, Mensch an Mensch. Wiesen, Weiden und Äcker, auf denen riesige Traktoren ihrer Arbeit nachgehen. Dazwischen viele schöne Wege und Straßen, auf denen Autos und Lastkraftwagen mit Waren aller Art durch die Gegend sausenWas ist passiert? Der Mensch ist „eingezogen“. Seit dem 12. Jahrhundert macht er sich breit, nutzt und verändert Natur und Landschaft. Dieser Wandel ging einst recht gemächlich vor sich. Über lange Zeiträume blieb die Lebensweise der Menschen relativ konstant und
Veränderungen machten sich nur sehr allmählich bemerkbar. Ursache hierfür waren weniger Charakter und Eigenheiten der früheren Bewohner, die sich von den heutigen wahrscheinlich gar nicht so sehr unterscheiden, sondern einfach die noch fehlenden technischen Möglichkeiten. Und diese „Landnahme“ war nicht einmal unbedingt von Nachteil für viele Tiere und Pflanzen, die hier eine Heimat fanden. Zwar verschwand die ehemalige Naturlandschaft fast vollständig, aber die durch das Wirken des Menschen entstandene neue Landschaft, deshalb auch als Kulturlandschaft bezeichnet, war durch die sehr unterschiedlichen, relativ extensiven Nutzungsweisen über lange Zeit hinweg sogar vielfältiger an Lebensräumen und reicher an Tier- und Pflanzenarten als die ursprüngliche. Der Scheitelpunkt muss irgendwo im 19. Jahrhundert gelegen haben. Mit der Entstehung der Holzäcker, dem zunehmenden Fortschreiten der Industrialisierung in allen Bereichen und den daraus resultierenden Veränderungen in der Landnutzung ging und geht eine so rasend schnelle Landschaftsveränderung einher, dass viele dieser Tier- und Pflanzenarten notgedrungen wieder verschwanden. 
Mit diesen Veränderungen im „Gebrauch“ unserer Landschaft und dem damit einhergehenden Landschaftswandel wollen wir uns in dieser Broschüre beschäftigen und dabei den gewissermaßen doppelten Sinn des Wortes „Gebrauch“ immer im Auge behalten. „Gebrauch“ nicht nur im Sinne von „für seine Zwecke nutzen“, sondern auch dahingehend, dass man die Natur und Landschaft „gebraucht“, also braucht, um leben und überleben zu können. Ich glaube, dass dies vielen unserer Vorfahren bewusst war und auch wir sollten uns wahrscheinlich häufiger daran orientieren.

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„Essbare“ Landschaft
Bergwiesen und –weiden als Apotheke für Mensch und Tier
Der Kräuter- und Landwirtschaftspfad Rittersgrün 

Herausgeber: Landschaftspflegeverband Westerzgebirge
Kontakt: 03772  24879 /

katrin.weigel(_AT_)lpvwesterzgebirge.de

Format A5, 56 Seiten
zweisprachig (deutsch/tschechisch)

Inhalt:
Der Kräuter- und Landwirtschaftspfad Rittersgrün (Erläuterungen, Wegverlauf, Allerlei am Wegesrand, Einiges in der näheren Umgebung)
„Essbare“ Landschaft (Einführung, Dorf und Landschaft im stetigen Wandel, Wiesen und Weiden gestern und heute)
Kräuterkunde – Wertvolles altes Wissen (Einführung, Von Kräutern und Menschen, Von Kräutern und Tieren, Das Kräuterwesen im Erzgebirge, Einige heimische Wild- und Heilkräuter)
Kräuterquiz
usw. 

1 Einleitung

„Alle Berge und Hügel,
alle Wiesen und Matten
sind natürliche Apotheken.“
Paracelsus (1493-1541) 

Die älteren Semester unter uns werden sich sicher noch daran erinnern, dass in ihrer Kindheit die Landschaft „essbar“ war. Beispielsweise auf dem Schulweg durch Wiesen und Felder oder auch beim nachmittäglichen Spielen draußen in der Natur war es durchaus üblich, sich an den Wiesen- und Wegrändern zu bedienen. Sauerampfer, Gänseblümchen, Spitzwegerich und Co. waren zum Naschen durchaus beliebt. Und ganz nebenbei, auf spielerische Art, eigneten wir uns zumindest ein gewisses Grundwissen über die Pflanzenwelt an und kamen der Natur näher. Heutzutage ist vieles anders. Zur Schule wird man meist gefahren Viele Wiesen und Felder werden gespritzt und gedüngt, selbst die Wegränder dabei nicht verschont, nicht sonderlich appetitlich also das Ganze, das Kosten sollte man lieber lassen.
Aber es gibt sie schon noch, die „essbaren“ Landschaften, in denen man eine Vielzahl von Orten findet, die zum Probieren, Knabbern und Sammeln geeignet sind. In eine von ihnen möchten wir Sie einladen, nach Rittersgrün und Umgebung, und dabei ein wenig von dem alten Wissen über die Pflanzen und Tiere in Erinnerung rufen, das für unsere Vorfahren noch eine Selbstverständlichkeit war und das wir eigentlich bewahren sollten. Vielleicht können wir unser Scherflein dazu beitragen.

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Dorferlebnispfad Bockau
Das Dorf als Lebensraum von Pflanze, Tier und Mensch

Herausgeber: Landschaftspflegeverband Westerzgebirge
Kontakt: 03772  24879 /

katrin.weigel(_AT_)lpvwesterzgebirge.de

Format A5, 60 Seiten

Inhalt:
Das Dorf Bockau
Der Dorferlebnispfad Bockau
Das Dorf als Lebensraum
Typische dörfliche Lebensräume (11 typische Dorflebensräume werden in Wort und Bild vorgestellt)
usw. 

1 Einleitung

„Die Zeit heilt alle Wunden – diese Volksweisheit
hat im Zeitalter des fortgeschrittenen Industrialismus
seine Gültigkeit verloren.“
Robert Jungk (1913-1994) 

Stellen Sie sich vor, Sie kommen aus dem Urlaub zurück und Ihr Haus ist weg. Verdutzt schauen Sie sich  um. Dort hat es doch gestanden, Sie sind sich vollkommen sicher. Aber es ist nicht mehr da. Kein Zweifel ist möglich. Ihre Frau steht weinend neben den Koffern und schnäuzt sich ins Taschentuch. So oder so ähnlich ergeht es unzähligen Tieren am laufenden Band, vielen Zugvögeln bei der Rückkehr aus dem Süden, vielen Säugetieren nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf und so weiter und so fort. Der Rauchschwalbe hat man den Stall verrammelt. Die alte Linde hat man gefällt, die Trockenmauer durch eine Betonmauer ersetzt, den Tümpel zugeschüttet. Unsere Städte und Dörfer sind in ständiger Veränderung, selten zum Vorteil unserer Mitbewohner, den Pflanzen und Tieren. Mit dieser Thematik beschäftigt sich das vorliegende Büchlein. Es zeigt auf, dass Dörfer nicht nur Wohn- und Lebensstätte für die menschlichen Bewohner sind, sondern auch Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere, die dem Menschen dorthin gefolgt sind, so genannten Kulturfolgern. Es zeigt die Probleme, die sie mit uns Menschen haben und will nicht zuletzt auf die Vielzahl von Möglichkeiten hinweisen, wie wir unseren „Freunden“ aus  dem Tier- und Pflanzenreich das Leben in unserer Nähe ermöglichen und erleichtern können. Aus Platzgründen können dies leider nur kurze Hinweise und Tipps sein, die zur Weiterbeschäftigung mit dem vielfältigen Thema anregen und im besten Fall dazu führen sollen, dass dieser oder jener aktiv wird. Im Literaturverzeichnis finden sich einige Bücher und Broschüren, in denen man sich umfassender informieren kann und auch im Internet gibt es viel Wissenswertes zu finden. Auch wollen wir das durchaus ernste Thema nicht immer tierisch ernst angehen und durch einige Exkurse, Geschichten und Zitate für etwas Abwechslung und Nachdenklichkeit sorgen.

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Von unseren Bäumen
Ein kleiner Baum(wander)führer durch das Westerzgebirge 

Herausgeber: Landschaftspflegeverband Westerzgebirge
Kontakt: 03772  24879 /

katrin.weigel(_AT_)lpvwesterzgebirge.de

Format 13x19 cm, 52 Seiten 

Inhalt:
Bäume gestern und heute
Von Bäumen und vom Klima
Vom Baumschutz
Bemerkenswerte Bäume in der Region (Beschreibung von 9 „Baumwanderungen“ durch das Westerzgebirge)
usw. 

Einleitung

„Willst Du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen.
Denn das Glück ist immer da.“
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) 

Diese kleine Broschüre stellt Ihnen einige bemerkenswerte Bäume, Baumgruppen und Alleen im Westerzgebirge vor. Warum, wird sich mancher fragen, wo es doch genügend Bücher gibt, in denen die gewaltigsten Bäume Deutschlands oder gar der ganzen Welt informativ und eindrucksvoll präsentiert werden? Und im Vergleich mit solchen Giganten an Größe und Alter wie den kalifornischen Mammutbäumen oder den tausendjährigen Eichen von Ivenack in Mecklenburg kommen selbst die stattlichsten Exemplare bei uns doch vergleichsweise mickrig und jung daher.
Nun, das mag schon sein, kann uns aber trotzdem nicht von unserem Vorhaben abhalten. Denn es geht uns nicht um Rekorde, sondern um die Nähe, die Region, unseren heimatlichen Raum sozusagen und einen Teil seiner natürlichen Besonderheiten und Schönheiten: unsere Bäume. Alle reden von Globalisierung, wir suchen das Gegenteil, das Nebenan, das ist uns überschaubarer, geheuerer, sympathischer, eben näher. Und es hat dazu noch einen gewaltigen Vorteil: Wir können den im Buch vorgestellten Bäumen einen oder auch mehrere Besuche abstatten, ohne lange Reisen antreten zu müssen, umweltschonend und kostengünstig sozusagen. Und der direkte Kontakt mit den Bäumen lässt sich durch noch so gute Beschreibungen in Wort und selbst Bild bei weitem nicht ersetzen. Dabei werden Sie überrascht feststellen, dass das schöne Sprichwort: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“ auch auf diesem Gebiet seine Richtigkeit hat.
Sie werden bestimmt unvergessliche, bleibende Eindrücke, möglicherweise sogar eine neue Sichtweise auf diese Wunder der Natur mit nach Hause bringen und vielleicht sogar die weniger spektakulären Baumgestalten in der eigenen Umgebung mit anderen Augen sehen. Das wäre natürlich wunderbar, denn Bäume und deren Bedeutung für unser tägliches Leben werden weithin unterschätzt. Und eventuell kann diese Broschüre sogar einen kleinen Beitrag leisten, dass das endlich anders wird. Wir brauchen ein sensibleres Verhältnis zur Natur, ein Verhältnis, das auf Anerkennung und Respekt basiert und nicht auf dem Wahn, dass wir sie uns untertan machen müssen und sie nur als Mittel für unsere Zwecke da ist. An den Bäumen können wir das lernen.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Besuch unserer zwar wortlosen, aber keinesfalls sprachlosen Freunde: der Bäume.

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Bäume und Alleen im Naturpark Erzgebirge/Vogtland

Herausgeber: Naturpark Erzgebirge/Vogtland
Kontakt: 03733 622106 /

naturpark(_AT_)tira.de

60 Seiten, Format A5 

Inhalt:
Baum und Mensch
Baum und Landschaft
Bäume und Orte
8 Portraits von Bäumen im Naturpark
Alleen und Baumreihen
Die Obstbäume
Die Eberesche
Besonderes zum Thema Baum
usw. 

1 Einklang

„Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!“
Bertolt Brecht (1898-1956)

„Wir müssen uns – ich denke an das berühmte Diktum von Bertolt Brecht – wieder getrauen, von den Bäumen zu sprechen.
Denn die Bäume sind jetzt schon fast wichtiger als das jeweilige Regierungssystem.“
Walter Vogt (1927-1988) 

Der Naturschutz neigt ja manchmal ein klein wenig zum Versteckspiel. Man verrät sie nicht gern, die Standorte besonders seltener Pflanzen, die Brutplätze bedrohter Vögel, die „Highlights“ des Naturschutzes sozusagen, von denen nur die „Eingeweihten“ wissen dürfen, damit empfindliche Pflanzen nicht zertrampelt oder scheue Tiere nicht beunruhigt werden, weil jeder Verlust schwer ins Gewicht fällt.
Darüber brauchen wir uns diesmal zum Glück keine Sorgen zu machen. Bei den Bäumen können wir hinausposaunen, was in der Gegend so herumsteht. Die kann man ohnehin schwer verstecken. Die kann man nutzen, um wieder einmal Werbung zu machen für die außerordentliche Schönheit unserer Natur, aber auch dazu, über unseren Umgang mit der Natur nachzudenken, denn da liegt so manches im Argen. Dabei gehen wir in dieser neuen Broschüre aus der Reihe Naturpark spezial diesmal einen eher ungewöhnlichen Weg und nutzen die Hilfe von bekannten und auch weniger bekannten Dichtern und Denkern, aus deren Werken wir einige Textpassagen integriert haben, um einmal einen etwas anderen Zugang zur Natur und zu den Bäumen zu suchen. Lassen Sie sich also verführen, nicht nur von der Schönheit von Bildern, sondern auch von der Schönheit von Worten.
Wir werden Ihnen natürlich auch einige wunderbare Exemplare von Ahorn, Buche, Linde und Co. etwas näher vorstellen, die Sie begeistern und neugierig machen werden auf eine „persönliche Begegnung“. Außerdem wollen wir ein wenig darüber erzählen, welche Bedeutung die Bäume für die Landschaft und die Orte und nicht zuletzt die darin lebenden Menschen und Tiere haben. Dabei sollen neben den schönen Seiten auch die Probleme zur Sprache kommen, mit denen „Bruder Baum“ konfrontiert wird, der es nicht ganz leicht hat in der heutigen Zeit, und wir werden aufzeigen, was man dagegen tun kann. So können wir vielleicht einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Bewohner und Besucher des Erzgebirges auch in Zukunft noch die Faszination von alten Bäumen, Baumgruppen und Alleen erleben dürfen.
Wir wünschen also viel Freude an dieser kleinen Abhandlung über diese zwar wortlosen, aber keinesfalls sprachlosen Wesen: die Bäume.

 

 

Schauen Sie auch auf
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NABU Sachsen.

 

 

 

 

 

Kontakt:

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Mobil 0176 78344058

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