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Ebereschen

„Kann schinn’rn Baam gippt’s,
wie dann Vuglbärbaam,
Vuglbärbaam, ann Vuglbärbaam...“
Max Schreyer (1845-1922)

Für das Bild der Landschaft ist er unentbehrlich, denn kaum ein Baum prägt die Feldflur in unserer Gegend und insbesondere die Kammlagen so wie die Eberesche, von den Einheimischen liebevoll Vugelbeerbaam genannt. Ob nun an Waldrändern, auf Lesesteinwällen, in Form von Baumreihen und Alleen oder auch als Einzelbaum tritt er hervor und man kann sich das Erzgebirge ohne ihn gar nicht so recht vorstellen. Besonders zur Zeit der Beerenreife im Herbst taucht er ganze Landschaftsteile in ein ganz besonderes, warmes Licht und auch in der verschneiten Winterlandschaft setzt er raffinierte Akzente.

Einen besseren Landschaftsgestalter als ihn sucht man wohl vergeblich.
Er hat es also durchaus verdient, besungen zu werden. Aber bei der Singerei allein sollte es nicht bleiben, Taten müssen folgen, wenn dieser Baum auch in Zukunft in auffallender Weise unsere Landschaft bereichern soll. An den Waldrändern, auf Lesesteinwällen etc. sorgt er selbst, mit tatkräftiger Unterstützung der Vogelwelt, für seine Vermehrung, aber vor allem die Anpflanzungen an Straßen und Wegen sind teils in einem erbärmlichen Zustand. Zumal der Baum, wie einige andere Baumarten auch, gesundheitliche Probleme hat, vermutlich verursacht durch eine Viruserkrankung, die seine Vitalität negativ beeinflusst. Pflege sowie Ergänzungs- und Neupflanzungen sind also dringend angeraten.
Und damit würden wir sogar eine Art späte Wiedergutmachung für die Sünden unserer Vorfahren an der Vogelwelt leisten, denn die nutzten die Beeren als Lockmittel für die Vogelfängerei und so landeten unzählige Vögel in den erzgebirgischen Kochtöpfen und halfen den menschlichen Bewohnern über den Winter. Eine Vielzahl von Tieren und darunter nicht weniger als 63 Vogelarten lassen sich die Beeren schmecken und dürfen sie heutzutage auch unbeschwert genießen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass es ihre Henkersmahlzeit sein könnte.

Nehmen wir uns ein Beispiel an Else Lasker-Schüler (1869-1945), die am liebsten gleich ein kleines Wäldchen aus lauter Ebereschen angelegt hätte, um sich an deren Farbenpracht und Nützlichkeit zu erfreuen:
„Wenn ich ein Stückchen Land besäße, ich würde mir ein kleines Wäldchen von Ebereschen pflanzen. Ein einziger der glühenden Bäume könnte schon das Glück des Spätsommers ausmachen und verklären. Ja, die Eberesche leuchtet in den Dezember hinein, täglich etwas dunkler werdend und zweighängerischer. Bis die letzte Koralle an der Dolde wartet auf die Schwarzdrossel, die sie aufpickt. Im schwarzen Frack, elegant, vornehmer noch als die Krähe, setzt sie sich nieder zum roten Beerenmahle.“
Und es muss ja nicht unbedingt gleich ein ganzer Wald sein, schon eine einzige Eberesche im heimischen Garten wäre ein Gewinn.

 

 

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